Teile deine Notizen in drei einfache Kategorien: Was sehe ich, was vermute ich, was frage ich. Dadurch trennst du Beobachtung von Interpretation, bleibst neugierig und offen für Korrektur. Schreibe kurze, klare Sätze, die du später verstehst. Ergänze kleine Pfeile, Maßvergleiche, Temperatur, Windrichtung. Notiere Gerüche, denn sie verankern Erinnerungen überraschend stark. Dieses ruhige Vorgehen braucht keine Vorkenntnisse, nur Geduld und Humor. Nach Wochen wirst du Zusammenhänge erkennen, die gestern noch unsichtbar schienen.
Beginne mit einer Miniliste: drei Geräusche, zwei Gerüche, eine Temperaturwahrnehmung, eine unerwartete Farbe. Beschreibe Oberflächen mit Verben, nicht Adjektiven: Rinde kratzt, Tau perlt, Kiesel rollt. So vermeidest du Floskeln und bringst Bewegung aufs Papier. Markiere Stille als eigene Beobachtung, denn Stille hat Schattierungen. Füge eine skizzierte Karte deines Blickfelds hinzu, selbst als einfache Rechtecke. Deine Sinne sind Werkzeuge, die mit Übung verfeinern. Dieser Ansatz wirkt aufbauend, freundlich und erstaunlich nachhaltig.
Zeichne Formen, nicht Dinge: Oval, Dreieck, Linie, Punkt. Verknüpfe Formen, bis eine Pflanze, Bank oder Krähe erkennbar wird. Nutze einen einzigen Stift, damit Entscheidungen leicht bleiben. Stelle dir einen Timer von drei Minuten, um Spontanität zu fördern. Akzeptiere schräge Proportionen als Spuren des Moments. Schreibe daneben ein Wortfeld mit Farben, die du nicht hast. So entstehen lebendige Seiten, die nicht um Perfektion ringen, sondern deine Präsenz zeigen und Erinnerungen warm und ehrlich verankern.
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